Palästina

Jugendbegegnung 2007

30. Juli bis 6. August 2007

 

im Rahmen der Partnerschaft
zwischen der Evang.-Luth. Kirche in
Jordanien und dem Heiligen Land (ELCJHL) und dem
Evang.-Luth. Dekanat Bad Tölz

 

 

 

Worum geht's?

Seit ein paar Jahren wächst eine Partnerschaft zwischen unserem Dekanat Bad Tölz und den evangelischen Christen in Palästina und Jordanien. Nach einem Besuch von Erwachsenen in Palästina und einem Gegenbesuch bei uns wollen wir im Sommer 2007 zum ersten Mal eine Jugendbegegnung veranstalten.

Wir werden zusammen mit einer Gruppe von Jugendlichen aus den dortigen Kirchengemeinden eine spannende gemeinsame Woche erleben und erfahren, unter welchen Bedingungen sie aufwachsen und leben und was ihnen wichtig ist.

Auf dem Programm steht die gemeinsame Entdeckung weltberühmter Orte wie Jerusalem, Bethlehem, Jericho und das Tote Meer aus Sicht unserer Gastgeber. So wer-den wir dieses Land und seine Lebensart abseits von den großen Touristenströmen kennen lernen.

Neben den einzigartigen persönlichen Erfahrungen ist das Ziel unserer ersten Fahrt nach Palästina, mit dieser Begegnung den Kontakt zwischen Jugendlichen hier und dort aufzubauen und unsere Partnerschaft auch im Jugendbereich mit Leben zu füllen. Für die nächsten Jahre ist dann auch ein Gegenbesuch von palästinensischen Jugendlichen bei uns geplant.

 

 

Hin- und Rückreise:

Abflug: Montag, 30. Juli 2007 München – Tel Aviv
Rückkunft: Montag, 6. August 2007

Unterbrinung/ Übernachtung:

Im Gästehaus der Evang.-Lutherischen Schule
„Talitha Kumi“ in Beit Jala, Palästina

Teilnahmekreis:

Teilnehmen kann je ein Jugendlicher/ eine Jugendliche aus den 12 Kirchengemeinden des Dekanats Bad Tölz im Alter von
16 bis 23 Jahre. Sie vertreten ihre jeweilige Kirchengemeinde als Multiplikator/innen für die Partnerschaft.

Teilnahmebeitrag:

Euro 400,--  (Der Reisepreis kann aufgrund derzeit noch nicht kalkulierbarer Kosten noch um 50,-- € schwanken!)
Der Betrag enthält: Flug, Transferfahrten vor Ort, Unter-kunft, Verpflegung, Eintritte, Versicherungen, Kosten für Vorbereitung und Nachtreffen, Materialkosten.

Anmeldung:

Anmeldeschluss ist der 28. Februar 2007

Die Anmeldung erfolgt über die jeweilige Kirchengemeinde an die Evang. Jugend im Dekanat Bad Tölz.
Wer aus den einzelnen Gemeinden mitfährt, entscheidet der Jugendausschuss vor Ort. Wenn kein Jugendausschuss vor-handen ist, ist für die Entscheidung der/die Verantwortliche für Jugendarbeit zuständig. Zudem ist die Unterschrift des/der geschäftsführenden Pfarrers/ Pfarrerin notwendig, da die Kirchengemeinden gebeten sind, ihre Jugendvertreter bei der Reise finanziell zu unterstützen. (Diese Unterstützung ist allerdings bereits in den Reisepreis eingerechnet!)
Die Teilnehmenden der Reisegruppe werden schließlich von der Dekanatsjugendkammer bestätigt.

Leitung:

Karsten Schaller
Dekanatsjugendpfarrer
Kirchenweg 4
83707 Bad Wiessee
Tel.: 08022 - 9 90 30
Fax: 08022 - 85 77 58
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Valerie Kuntze-Fechner
Partnerschaftsbeauftragte
Bad Wiessee

Voraussetzungen für die Teilnahme:

  • Interesse für das Land und die Menschen in Palästina und den Aufbau einer lebendigen Partnerschaft
  • verbindliche Teilnahme an den Vorbereitungstreffen im Gemeindehaus in Bad Wiessee:
    - 03. März & 21. April 2007,
    jeweils 15.00 bis 19.00 Uhr
    - 15. bis 16. Juni 2007 (mit Übernachtung)
  • Bereitschaft, nach der Reise die Erfahrungen in die Jugendarbeit vor Ort und die Kirchengemeinden einzu-bringen und für die Partnerschaft auch weiterhin einzutreten
 

Zur Situation in Palästina:

Aus den Medien hören wir immer wieder von der gefährli-chen Lage in Israel und Palästina. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir natürlich die Situation im August 2007 noch nicht abschätzen. Aufgrund der Informationen unseres Landesbischofs, der Landeskirche und der Partner in Palästina ist jedoch eine Reise dorthin ohne Bedenken möglich. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es natürlich nicht. Gegebenenfalls muss die Reise auch kurzfristig abgesagt werden.

Reisebericht Jugendbegegnung 2007

Banner Jugendbegegnung

Nach drei Vorbereitungstreffen fanden sich nun alle 15 Mitfahrer mehr oder weniger fit, inklusive Karsten Schaller und Valérie Kuntze-Fechner, um 4 Uhr morgens am Münchner Flughafen ein, der zu dieser frühen Morgenstunde doch noch sehr übersichtlich war.

 

Nachdem wir bei Alitalia eingecheckt hatten, flogen wir nun zuerst nach Rom, wo wir - zu diesem Zeitpunkt noch belustigt- das Gepäckchaos auf dem Flughafen beobachteten. Doch als wir dann nach 3½ Stunden Flug in Tel Aviv landeten, aus dem Flugzeug in gefühlte 50 Cº Außentemperatur gestiegen waren und nun auf unsere Koffer warteten, verloren wir langsam unser Grinsen. Die Koffer auf dem Fließband kannten wir bald auswendig und keine Spur von unserem Gepäck. Nach einigen Verständigungsproblemen erfuhren wir schließlich, dass unser Gepäck in Mailand war und somit stiegen wir also ohne Gepäck in den Kleinbus, der uns nach Talitha Kumi brachte. Das Aussteigen ging aufgrund der nicht vorhandenen Koffer entsprechend schnell, und schon wurden wir herzlich mit kalten Getränken und Keksen empfangen. Nachdem wir auch mit Zahnbürsten und -pasta versorgt worden waren, trafen wir nun zum ersten Mal auf die palästinensischen Jugendlichen - die schienen zwar auf den ersten Blick sehr viel jünger als wir, doch es sollte sich schnell herausstellen, dass dies keine Probleme bereiten würde.
Den Dienstag verbrachten wir dann - alle in unserer alten Kleidung - in der Schule Talitha Kumi. Dort erhielten wir zum Beispiel eine Führung durch das "Naturkundemuseum" der Schule und erlebten somit einen ruhigen Eingewöhnungstag.

Denn am nächsten Tag ging es gleich nach Jerusalem, wo uns Baruhm unter anderem Kirchen zeigte und wir natürlich die beeindruckenden, bunten Bazare bewunderten. Nach dem Mittagessen konnten wir von einem Turm die herrliche Aussicht über Jerusalem genießen.

Doch auch der Donnerstag sollte spannend werden: Bethlehem. Natürlich durfte der Besuch der Geburtskirche nicht fehlen, und auch hier konnten wir uns wieder von den Bazaren verzaubern lassen. Gewürze, Tücher, Kleidung... Nachdem einige Deutsche CDs mit arabischer Musik erstanden hatten - bzw. die handelsfreudigen Palästinenser heftig gefeilscht hatten - ging es nun zum Begegnungszentrum Dar Nadawa, wo wir in Diavorträgen über die Situation mit der Mauer in Palästina informiert wurden.
 
Und schon war es Freitag, und wir machten uns auf den Weg zum Toten Meer. In einer kurzen Pause hatten wir die unerwartete Gelegenheit, eine Runde auf einem Kamel zu reiten und dann hielt der Bus auch schon bald am Toten Meer.
 

Die Delegation unseres Dekanats wurde neben den Begleitpersonen Dekanatsjugendpfarrer Karsten Schaller und der Partnerschaftsbeauftragter Valérie Kuntze-Fechner vertreten durch Charlotte Kuntze-Fechner und Marie Läuger (Bad Wiessee), Jonas Schubert, Christian Gosche und Jan Enders (Ebenhausen-Icking), Kerstin Liebler (Gmund), Judith Schlesinger (Holzkirchen), Stefanie Grüner (Neuhaus), Judith Steinbach (Bad Tölz), Valentin Walch (Tegernsee), Anne Becker und Mattis Miklik (Wolfratshausen).


Wir stürzten uns natürlich alle sofort rein, doch die erhoffte Abkühlung blieb aus, denn das Wasser hatte sicherlich über 30 Cº und Schwimmen war auch nicht möglich. Dafür erlebten wir ein völlig neues Badegefühl - man geht einfach nicht unter! Nachdem wir uns auch alle mit dem viel versprechenden "Hautzart-Schlamm" eingerieben hatten und komplett braun waren, ging es weiter zum See Genezareth. Dort besuchten wir z.B. den Berg der Seligpreisung, der bei schönstem Wetter über dem blauen See ein wirklich beeindruckendes Bild abgab.

Am Nachmittag hatten wir die Möglichkeit zu einer Motorbootfahrt auf dem See, was einen herrlichen Blick auf das Ufer bot, und bei der Deutsche wie Palästinenser sehr viel Spaß hatten. Sogar Karstens Kappe wurde nach einem eher unfreiwilligen Bad wieder 6quot;gerettet" und gilt nun offiziell als "gesegnet".

Am Samstag konnten wir selber unser Programm gestalten und so fuhr der Großteil der Gruppe noch einmal nach Jerusalem, wo wir dann auch die Klagemauer besichtigen konnten. Samstag, das bedeutete natürlich, dass die Juden den Sabbat feierten und es an der Klagemauer nur so wimmelte. Von den vielen Eindrücken der Bazare völlig "erschlagen", flüchteten wir uns anschließend in einen wunderschönen kleinen Garten direkt in Jerusalem, den man in diesem pulsierenden Stadtleben nie erwartet hätte. Nachmittags besuchten wir eine Schule in Beith Sahour, wo uns palästinensische Schüler eine eindrucksvolle Tanzvorführung darboten, die uns dazu veranlasste, unsere bayrischen Tänze am Abend noch einmal zu üben.

Und schon war es Sonntag, unser letzter Tag. Wir fuhren nach Rammalah, wo wir zuerst den Gottesdienst besuchten und uns anschließend in der Stadt mit Wasserpfeifen und Gewürzen eindeckten. Danach kehrten wir zur Kirche mit Gemeindezentrum zurück und feierten mit Grillen, bayrischen Trachten und Tänzen und viel Spaß ein Abschiedsfest. Denn am nächsten Morgen sollte es schon früh zum Flughafen nach Tel Aviv losgehen… Nachdem wir dann am Abend mit einigen israelischen Checkpointschwierigkeiten, die den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern noch einmal verdeutlichten, doch gut wieder in Talitha Kumi angelangt waren, hieß es am Montagmorgen dann wirklich Abschied nehmen.

Doch ein Gegenbesuch der Palästinenser ist für Juli 2008 geplant, und wir hoffen, dass dieser auch wirklich stattfinden kann. Alles in allem war es eine sehr eindrucksreiche und schöne Reise, die uns sicherlich immer in guter Erinnerung bleiben wird.


Kerstin Liebler
aus der Kirchengemeinde Gmund

Ein Landstrich voller Gegensätze

Im August diesen Jahres fand die erste dekanatsweite Jugendbegegnung mit Palästina statt. Judith Schlesinger (16 Jahre) nahm als Vertreterin der Kirchengemeinde Holzkirchen daran teil.

Gegensätze sind in diesem Land schon fast eine Selbstverständlichkeit: Fruchtbares Land mit Feldern und die trockenen Stein- und Sandwüsten, moderne Siedlungen und alte Steinhäuser, Terroranschläge und Friedensabkommen, religiöse und kulturelle Vielfalt – getrennt durch Mauern und Konflikte ...

Dieses Land, ein kleiner Landstreifen in dieser Welt, ist ständig in den Nachrichten und von den verschiedensten Gruppierungen und Konfessionen umkämpft. Palästina!
 

 

 

 

Wir reisten durch die karge Wüste zum Toten Meer. Die israelische Schnellstraße führte uns in unserem Bus an den Blechhütten der Nomaden vorbei. Unsere Reisegruppe erkundete viele berühmte Orte im heiligen Land. Bethlehem, Jerusalem, Ramallah und der See Genezareth gehörten zu unseren Zielen. Die Checkpoints, die immer wieder unseren Weg kreuzten, waren für uns nicht schwer zu passieren. Wo wir jedoch ohne Probleme hinkamen oder wo wir nur unsere Pässe zeigen mussten und dann weiter konnten, mussten viele Palästinenser lange warten oder wurden überhaupt nicht durchgelassen. Nach der Besichtigung vieler Kirchen lernten wir endlich auch palästinensische Christen kennen. Und so begann der erste Kontakt, die ersten Gespräch stockend und nicht im besten Englisch, aber doch intensiv. Wir hatten viele Fragen an die Menschen in diesem Land: Von „Wie heißt du?“, „Was machst du?“ bis hin zu „Wie empfindest du es, dass du von der Welt fast abgeschnitten bist?“. So mancher antwortete, es sei nicht so schlimm. Sie seien ja Christen und bekämen schneller Genehmigungen. Aber für ihre muslimischen Freunde sei es schwierig, ihnen würde das israelische Militär weniger trauen. Gemeinsam nahmen wir an ihren Traditionen teil, rauchten Wasserpfeife und tranken arabischen Kaffee. Dabei entstand so manche Diskussion und der ein oder andere Witz wurde, mit anschließendem Gelächter, erzählt.

Judith Schlesinger
aus der Kirchengemeinde Holzkirchen

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